Gemeinschaftliche Vorbereitung auf Notversorgung in Katastrophen- und Blackout-Szenarien

Artikel im Bayerischen Gemeindetag
25. Januar 2024 in
Dustin Jankowski

Ihre Katastrophenschutz-Partner bereicherten die 1. Ausgabe 2024 des Bayerischen Gemeindetags mit einem Fachartikel, welcher anschließend oder unter folgendem Link zu lesen ist (S. 13):

https://www.bay-gemeindetag.de/media/26022/e-baygt_01-2024_240118_ds.pdf


In unserer von technologischen Fortschritten geprägten Welt neigen wir dazu, die Verletzlichkeit unserer modernen Gesellschaft zu übersehen.

Doch was passiert, wenn plötzlich die gewohnte Strom­ und Ressourcenversorgung ausfällt? Dieser Beitrag wird einen eingehenden Blick auf die Herausforderungen und die unerlässliche Notwendigkeit der Notversorgung in Katastrophenfällen und während Blackout-Szenarien.

 

DIE GEFAHR VON BLACKOUTS UND KATASTROPHEN

Ob Naturkatastrophen, terroristische Angriffe oder technische Störungen – die Ursachen für Blackouts sind vielfältig. Die Hochwasserkatastrophe Ahrtal im Sommer 2021 und die Energieknappheit im Winter 2022/23 haben schmerzlich ins Bewusstsein gerückt, wie wichtig eine funktionierende Notstromversorgung ist. Diese Ausfälle können nicht nur vorübergehende Unannehmlichkeiten verursachen, sondern auch lebenswichtige Infrastrukturen zum Erliegen bringen, was verheerende Auswirkungen auf die Wasserversorgung, Kommunikationssysteme und medizinische Einrichtungen haben kann.

 

NOTVERSORGUNG ALS ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Angesichts dieser Risiken ist die Entwicklung von Notversorgungsstrategien von entscheidender Bedeutung. Hierbei spielt die Gemeinschaft eine Schlüsselrolle. Lokale Gemeinschaften, Unternehmen und Regierungen müssen gemeinsam Pläne entwickeln, um sicherzustellen, dass im Ernstfall die Grundbedürfnisse der Bevölkerung gedeckt werden können.

  

SICHERSTELLUNG DER STROMVERSORGUNG DURCH GENERATOREN: TECHNISCHE LÖSUNGEN UND ENTSCHEIDUNGSHILFEN

Ein entscheidender Aspekt der Notversorgung in Katastrophensituationen und während Blackouts ist die Gewährleistung einer zuverlässigen Stromversorgung. Diese wird häufig durch den Einsatz von Generatoren realisiert, die mit Diesel, Benzin oder Gas betrieben werden. Im Folgenden betrachten wir die technischen Aspekte dieser Generatoren sowie Entscheidungshilfen für ihre Auswahl und Nutzung.

 

DIESELGENERATOREN

Vorteile: Dieselgeneratoren bieten eine robuste, zuverlässige Leistung, hohe Energieeffizienz, einfache Wartung, schnelle Anlaufzeit, langfristige Nutzung und ökonomische Vorteile für die Notstromversorgung in verschiedenen Situationen. Die meisten Dieselgeneratoren können und dürfen übrigens auch mit Heizöl betrieben werden. Bereits ab 10 kVA finden diese Anwendung. Entscheidungshilfen: Ideal für Gemeinschaften mit kontinuierlichem Strombedarf und höherem Energiebedarf.

 

BENZINGENERATOREN

Vorteile: Bei kurzfristigem Einsatz bieten Benzingeneratoren Flexibilität, einfache Handhabung, geringere Umweltauswirkungen, breite Verfügbarkeit von Benzin und eine kompaktere Bauweise. Diese Merkmale sind für mobile Anwendungen und akute Notfallsituationen ideal. Entscheidungshilfen: Geeignet für kurzfristige Einsätze oder Gemeinschaften mit geringerem Energiebedarf.

 

GASGENERATOREN

Vorteile: Wirtschaftliche Effizienz durch kostengünstiges Erdgas/LPG. Gasgeneratoren sind eine um­ weltfreundliche Option mit geringen Emissionen, hohe Effizienz in der Energieumwandlung, kontinuierliche Verfügbarkeit des Brennstoffs und zuverlässige Stromerzeugung in kritischen Situationen. Entscheidungshilfen: Empfehlenswert für Gemeinschaften, die Umweltaspekte berücksichtigen und eine kostengünstigste Lösung suchen

 

HYBRIDLÖSUNGEN

Neben den herkömmlichen Generatoren sind Hybridlösungen besonders interessant. Um eine hocheffiziente und stabile Energieversorgung zu gewährleisten, kombinieren diese Art von Stromerzeugern Speicherbatterien und Wechselrichter mit traditionellen Generatoren. Darüber hinaus integrieren sie optional erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie oder Windkraft, um eine nachhaltige Stromerzeugung zu ermöglichen. Durch diese Kombination wird die kontinuierliche Stromerzeugung ermöglicht, selbst wenn die erneuerbaren Quellen gerade nicht verfügbar sind.

 

ORIENTIERUNGSHILFE

Energiebedarf analysieren: Eine genaue Einschätzung des Energiebedarfs der Gemeinschaft ist entscheidend, um Notunterkünfte, medizinische Einrichtungen, Kommunikationseinrichtungen und andere kritische Infrastrukturen zu betreiben. Betriebsdauer: Je nach geplanter Einsatzdauer sollte zwischen

kurzfristigen Lösungen (Benzingeneratoren) und Langzeitlösungen (Dieselgeneratoren) gewählt werden.

 

Umweltauswirkungen

Die Berücksichtigung von Umweltauswirkungen und Kraftstoffverfügbarkeit ist entscheidend, insbesondere beim Einsatz von Dieselgeneratoren. Dieselgeneratoren, die der STAGE V Abgasnorm entsprechen, bieten eine um­ weltfreundlichere Lösung. Sie sind besonders geeignet für langfristige Einsätze. STAGE V Generatoren sind für mobile Einsatzszenarien gesetzlich vor­ geschrieben, da sie die Emissions­ und Schadstoffwerte deutlich reduzieren. Die Berücksichtigung von Umweltauswirkungen und Kraftstoffverfügbarkeit ist entscheidend, insbesondere beim Einsatz von Dieselgeneratoren. Dieselgeneratoren, die der STAGE V Abgasnorm entsprechen, bieten eine um­ weltfreundlichere Lösung. Sie sind besonders geeignet für langfristige Einsätze. STAGE V Generatoren sind für mobile Einsatzszenarien gesetzlich vorgeschrieben, da sie die Emissions­ und Schadstoffwerte deutlich reduzieren.

 

Wartung und Schulung

Die Verfügbarkeit von Fachpersonal für Wartung und Reparatur ist entscheidend. Gemeinschaften sollten Schulungen für den sicheren Betrieb und die Wartung von Generatoren bereitstellen.

 

Lokale Gesetze und Vorschriften

Beachtung der lokalen Gesetze und Vorschriften hinsichtlich des Generatorbetriebs. Einige Gebiete haben spezifische Regelungen zu Lärmemissionen, Kraftstofflagerung und Umweltauswirkungen. Die Wahl des richtigen Generators und die Implementierung einer durchdachten Energiestrategie sind entscheidend für eine effektive Notversorgung in Katastrophenfällen. Dies stellt eine Investition in die Resilienz der Gemeinschaft dar und sichert die Lebensqualität in herausfordernden Zeiten. 

 

Kompatibilität mit dem bestehenden Stromnetz

Die Generatoren werden angepasst, damit sie nahtlos ins Stromnetz integriert werden können. Es wird sichergestellt, dass Frequenz und Spannung des Notstromsystems mit dem normalen Stromnetz übereinstimmen.


Schutz vor Störfaktoren

Dies beinhaltet regelmäßige Wartung, um technische Probleme frühzeitig

zu erkennen und zu beheben. Zudem werden Standortauswahl und Schutzmaßnahmen gegen Umwelteinflüsse wie Hochwasser oder Stürme getroffen.

 

Effiziente Logistik

Hier steht der schnelle und effiziente Transport von Notstromaggregaten und Treibstoffen zum Einsatzort

im Fokus. Zudem erfolgt die Vorratshaltung von Treibstoffen, um eine kontinuierliche Energieversorgung zu gewährleisten.

 

Sicherung der Treibstoffversorgung

Dies umfasst die Kontrolle des Treibstoffvorrats und regelmäßige Auffüllung, um Engpässe zu vermeiden.

Bei Bedarf wird auch der Einsatz alter­ nativer Energiequellen wie Solarstrom erwogen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

 

Durch diese Maßnahmen wird eine zuverlässige Notstromversorgung gewährleistet, selbst unter widrigen Bedingungen.

 

 

WASSER- UND LEBENS- MITTELVERSORGUNG 

Ein wesentlicher Aspekt der Notversorgung ist die Sicherstellung ausreichen­ der Wasser­ und Lebensmittelversorgung. In vielen Katastrophenszenarien werden Supermärkte geplündert und Wasserleitungen könnten unterbrochen sein. Daher sollten Gemeinschaften Vorräte an haltbaren Lebensmitteln, Wasser und anderen lebenswichtigen Gütern anlegen. Lokale landwirtschaftliche Betriebe könnten in Krisenzeiten eine entscheidende Rolle spielen.

 

KOMMUNIKATION UND KOORDINATION

Effektive Kommunikation und Koordination sind in Krisensituationen von entscheidender Bedeutung. Gemeinschaften sollten Notfallkommunikationspläne entwickeln, die den Informationsaustausch zwischen Bürgern, Organisationen und Behörden erleichtern. Mobile Kommunikationseinrichtungen und soziale Medien können dabei als wichtige Werkzeuge dienen.

 

SCHULUNG UND SENSIBILISIERUNG

Die besten Pläne sind nutzlos, wenn die Bevölkerung nicht darauf vorbereitet ist, sie umzusetzen. Schulungen und Sensibilisierungskampagnen können dabei helfen, die Gemeinschaft auf den Ernstfall vorzubereiten. Erste­Hilfe­Kurse und Workshops zur Selbstversorgung und Simulationen von Krisensituationen sind Maßnahmen, die die Resilienz einer Gemeinschaft stärken können.

 

FAZIT

Die Notversorgung in Katastrophenfällen und während Blackouts erfordert eine umfassende Vorbereitung auf individueller, gemeinschaftlicher und staatlicher Ebene. Nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten kann eine Gesellschaft die Herausforderungen einer Krise bewältigen. Es liegt an uns heute die notwendigen Schritte zu unternehmen, um morgen besser vorbereitet zu sein.

 

Abschließend möchte dieser Beitrag dazu ermutigen, fortlaufende Forschung zu betreiben und fortschrittliche Notstromlösungen in Kommunen aktiv umzusetzen. Die kontinuierliche Innovation auf diesem Gebiet ist von entscheidender Bedeutung, um effektiv auf die steigenden Herausforderungen zu reagieren und die Sicherheit der Gemeinschaft nachhaltig zu gewährleisten. Eine proaktive Herangehensweise an die Notstromversorgung bildet dabei den Schlüssel für eine widerstandsfähige und zukunftsorientierte Kommune.

 

Diese Zusammenarbeit mit den Katastrophenschutz­Partnern aus Würzburg kann hierbei eine Schlüsselrolle einnehmen, um rechtzeitig Lösungen zu entwickeln und die Resilienz der Gesellschaft zu stärken. Für sämtliche Anliegen im Bereich der Notstromversorgung, Katastrophenschutz und für weiterführende Beratung steht Ihnen das komplette Team der KSP zur Verfügung.

 

Bei Fragen oder Bedarf an technischer Hilfe können Sie sich gerne direkt

an mich wenden. Wir sind hier, um Ihnen professionell zur Seite zu stehen, um der Katastrophe immer einen Schritt voraus zu sein.


Frank Jäger

Technischer Leiter

Direkt: +49 931 730474 48           

Mobil: +49 173 9393287         


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